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Nikolaus, Krampus & Habergeiß

"Miglotog" im Ausseerland - Salzkammergut

Alljährlich am 5. Dezember wird die Stille der Winternacht von Kettenrasseln, Schellengeläut und lautem Gebrüll unterbrochen. Furchterregend ziehen dunkle Gestalten durch die Finsternis - es ist "Miglotog", wie der 5. Dezember im Ausseerland - Salzkammergut bezeichnet wird.

Es ist noch echtes Brauchtum vorhanden. Mag es manchem zu derb erscheinen, wenn die Krampusse die jungen Mädchen und Burschen mit der Rute schlagen, ist aber diese Grobheit meistens nur dort zu sehen, wo sich Krampus und "Betroffene(r)" kennen.

Während in Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee die Krampus-Passen von Haus zu Haus ziehen, werden in Pichl-Kainisch, Bad Mitterndorf und Tauplitz "Nikolospiele" aufgeführt.

Krampuslauf am 26. November 2016 in Bad Aussee

Donnersbachwalder Nikolospiel am 2. Dezember 2016 in Bad Aussee

Höllenfeuer, Krampustreiben und Punschausschank am 5. Dezember 2016 in Altaussee

Nikolospiel Bad Mitterndorf:

Schon seit über 100 Jahren, wie man in der Ortschronik nachlesen kann, findet in Bad Mitterndorf das Nikolospiel statt. Über 80 Männer und Burschen gehen von der Ortschaft Krungl etwa 5 Kilometer nach Bad Mitterndorf und führen 5-mal dieses althergebrachte bäuerliche Jedermansspiel auf.

Wer auf Tradition Wert legt, ist in Bad Mitterndorf richtig. Die Texte sind an die 100 Jahre alt und haben bis heute ihre ursprüngliche Wortwahl beibehalten. Auch wenn manches in der heutigen Zeit schwer verständlich erscheint, wird dem Zuhörer durch die Ausdrucksweise die Vergangenheit einer weniger hektischen Welt vermittelt. Mit über 200 Jahren ist die älteste Maske die des Bartls. Ganz besondere Gestalten sind die Strohschab, die mit ihren meterlangen Hörnern weit in den Himmel ragen und behäbig - mit ihren Peitschen im Takt schnalzend - vor dem Zug einherschreiten.

Quartiermacher, Nachtwächter und Schimmelreiter eröffnen das Spiel. Der Bartl trägt den Buckelkorb mit Obst und Süßigkeiten, die Bischof Nikolaus und Pfarrer an die Kinder verteilen. Im Jedermannspiel von Bad Mitterndorf stirbt der arme Mann, der dem Pfarrer wohl alle Schandtaten beichtet, jedoch zu Reue und Besserung nicht bereit ist. Der Tod tritt in Gestalt des Sensenmannes auf und streckt in zu Boden. Die Mächte des Bösten, dargestellt von zwei Krampussen zerren ihn aus der Wirtsstube. Hat Bischof Nikolaus vorher schon gepredigt, Sünden zu unterlassen und gut zu sein, warnt er von neuem, überlässt dann aber die Zuschauer in der Stube dem Eheteufel. Dieser erzählt, wie er Ehen zerrüttet. In diesem sich reimenden Text spiegelt sich besonders das Alte und Bäuerliche wider. Auch der wild hereinstürzende Luzifer spricht vom Weizenfeld, aber vor allem von seinen vielen Helfern. Nach dem Endes seiner Negativpredigt ruft er alle seine Helfer herein und es entsteht ein ziemliches Durcheinander, an dem die Zuschauer durch ihr Gekreische und ihre eigentlich unbegründete Angst nicht schuldlos sind. Auf Schmied und Habergeiß sollte mann allerdings etwas acht geben. Die Nikolojäger haben aber alles bestens im Griff und sorgen für Ordnung.

Die Figuren und Masken können ganzjährig gegen Voranmeldung im Heimatmuseum Franz Strick in Bad Mitterndorf besichtigt werden!

Hier finden Sie alle Aufführungsorte und -zeiten...

Das Tauplitzer Nikolospiel 

"Die Guten und die bösen Geister"

Der Hl. Bischof Nikolaus zieht jedes Jahr mit seinem lichten und dunklen Gefolge, vom Ortsteil Klachau in das Zentrum des Ortes (Dorfplatz), wobei zweimal das traditionelle Nikolospiel aufgeführt wird. Die Tauplitzer-Spieltexte gelten als eine der Ältesten im Lande.

An die 60 Maskierte sind an diesem Schauspiel beteiligt - das auch als Stuben- oder Umgangsspiel bezeichnet wird. Menschliche Gesichtszüge weisen Kramusmasken auf, die liebevoll von einheimischen Schnitzern gefertigt wurden.

In Stroh gehüllte Männer, die Schab, schreiten voraus und kündigen mit ihrem lauten Knallen der "Goassln" (Peitschen) den Nikolozug an.
Ein eindrucksvolles Bild bietet der Hl. Bischof Nikolaus, der in Tauplitz auf dem Ross (Nikoloroß) zu den wartenden Kindern einreitet.
Auch die Jedermannszene im Tauplitzer Nikolospiel ist eine gern gesehene Darbietung, denn ein ziemlich zerlumpter und von Alkohol gezeichneter Mann bittet den Pfarrer, ihm die Beichte abzunehmen.
Eine Besonderheit ist die Vielzahl an verschiedenen Spielszenen und Figuren. Schuster und Schneider eröffnen und Höllenfürst Luzifer mit seinen dunklen Gesellen beendet dieses einzigartige Volksschauspiel.

Tauplitzer Spielfiguren:
Schuster, Schneider, Sommer, Winter, Schab, Nachtwächter, Jäger, Hl. Bischof Nikolaus, Engel, Pfarrer, Bartl, Messner, Bettelmann, Tod, Habergeiß, Nikoloroß, Jud, Rossbauer, Schmied, Eheteufel, Luzifer mit 2 Teufeln, Rauhe (Krampusse)

Die Figuren und Masken können gegen Voranmeldung ganzjährig im Nikolomuseum im Gasthof Thomahof besichtigt werden!

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Nikologruppe Kumitz

Der Ursprung der Nikologruppe Kumitz lässt sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Anfangs gruppierten sich die jungen Männer der Gemeinde, angezogen mit Mäntel aus Schaf-Fell und Fellmützen mit roter Zunge und zogen am Abend des 5. Dezember durch die Gemeinde.
Im Laufe der Zeit wurde dann ein Krampusspiel in den Gasthäusern der Gemeinde aufgeführt.

Hauptrollen:
Pfarrer und Nikolaus, die die Kinder mit ihrer Predigt belehren, ermahnen und dann vom weißen Bartel mit Gaben beschenken. Die Messner, der Nachtwächter, der Jäger, der Polizist und die Habergeiß gehören ebenfalls zu den Rollenträgern des Zuges.
Im Laufe der Zeit kamen noch die Schab dazu, die mit ihren Geißelschnalzen die Rauhnacht ankündigen.
Ohne Zweifel die Hauptattraktion ist die Predigt des Luzifers mit seinen beiden Haltern. Ein impulsanter Vortrag über die Laster der Menschheit, versetzt das Publikum immer wieder in Staunen.
Früher waren die Krampusse mit Fellmasken ausgestattet, heute tragen sie Köpfe aus Schaf-Fell mit geschnitzten Holzmasken und Ziegenhörnern.
Der Luzifer trägt einen Kopf mit Schaf-Fell ohne Holzmaske und hat ein rot geschminktes Gesicht.

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