Trommelweiber am Faschingdienstag in Bad Aussee (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Siegfried Zink

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AUSSEER FLINSERL

Die Flinserl sind die Frühlingsgestalten des Ausseer Faschings. Die Flinserlkleider sind aus Naturleinen gefertigt und mit bunten Tuchflecken in figuraler und ornamentaler Art bestickt. Zwischen den figuralen Darstellungen ranken sich in bunter Vielfalt Rauten und Ornamente. Die bunten Tuchflecken sind ihrerseits wiederum über und über mit Silberpailletten (Flinserl) bestickt.

Auffallend ist der aus Venedig bekannte Mohrenkopf, der auf vielen antiken Flinserlkostümen zu finden ist. Die prunkvollen Gewänder sollen durch den Salzhandel aus Venedig nach Bad Aussee gekommen sein.

Um ein derartig kostbares Kleid herzustellen braucht eine Hausfrau, wenn sie konsequent täglich 1 Stunde daran arbeitet, zwischen 1 und 1 ½ Jahren; somit zwischen 400 und 500 Arbeitsstunden. Insgesamt existieren rund 100 bis 120 Gewänder.

Der eigentliche Flinserlzug findet alljährlich am Faschingdienstag ab 14 Uhr statt. Ausgehend vom Sammellokal Gasthof „Blaue Traube“ begibt sich der Zug, angeführt von der Flinserlmusik und beschützt durch die Zacherl, in geschlossener Formation und unter den Augen unzähliger Zuseher, durch das Ortszentrum auf den
Kurhausplatz.

Schließlich löst sich der Zug auf und um die Flinserl scharen sich die Kinder, die nun laut schreiend ihre traditionellen Flinserlsprüche (deftige Vierzeiler) aufsagen und von den Flinserl mit Nüssen und Süßigkeiten beschenkt werden.

Die Figur des "Zacherls", bewaffnet mit einer "Saublase", wacht strengsten darüber, daß kein Erwachsener den Kindern die Süßigkeiten streitig macht.

Fasching im Ausseerland - Salzkammergut "Flinserl" (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Eva Griese
Flinserlumzug am Faschingdienstag "Zacherl mit Saublase" (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Martin Huber
Fasching im Ausseerland - Salzkammergut "Flinserl" (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Ralf Tornow

Fåschingtåg, Fåschingtåg kimm na båld wieda,
wånn ma koa Geld nit håm,
stehl´n ma an Widda,
wånn ma koan Widda håm,
stehl´n ma an Aa,
drum san de drei Fåschingtåg
går so vü rah!

NUUUUSSSSS......

AUSSEER ARBEITERFLINSERL (seit 2006)

Seit Mitte der 90iger Jahre bemühte sich die damalige Musikjugend der Musikkapelle Bad Aussee unter der Federführung des damaligen Kapellmeisters Karl Grieshofer sen. vlg. Stübler, den Ausseer Fasching musikalisch zu bereichern. Damals gab es jedes Jahr ein neues Thema. Passend zur Verkleidung wurde die dazugehörige Musik gewählt (Schlümpfe = Schlumpflied).
Bei der Maschkerasitzung im Dezember 2005 gab es den Vorschlag sich als Arbeiterflinserl zu verkleiden. Aufgrund des großen Erfolges wurde beschlossen, fortan die Arbeiterflinserl jeden Faschingsamstag durch Aussee ziehen zu lassen.

Bis zum Fasching im Februar 2006 glühten die Nähnadeln und es wurden ca. 23.000 Kronenkorken auf die "Schliafgwandta" (Blaumänner) genäht.
Die einzelnen Gewänder sind mit bis zu 1.500 "Bierkapseln" und verschiedenen Motiven bestickt. Wobei das große Motiv am Rücken meist dem Beruf oder dem Hobby des Trägers in Verbindung steht. Die Flinserldamen tragen einen bestickten Rock, die Herren eine Hose. Um Schäden an den Sitzgarnituren in den Gaststätten sowie am Allerwertesten zu vermeiden, wird im Gesäßbereich gänzlich auf Kronenkorken verzichtet!
Die nicht musizierenden Flinserl tragen eine verzierte "Gugl". Anstatt der Schweineblasen werden von den sogenannten "Zacherln" schlichte, bunte Luftballons verwendet.

Den Kindern werden die traditionellen Flinsersprüche vermittelt - dafür werden sie nach aufgesagtem Sprücherl mit Nüssen und Zuckerl belohnt.

Musiziert wir in Blasmusikbesetzung, wobei sich die Musikantinnen und Musikanten aus dem gesamten Ausseerland zusammenfinden. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass neben Märschen, Polka, Walzern, sowie selbstverständlich dem Ausseer Faschingmarsch, alte Volksweisen und Singen und "Påsch´n" gepflogen wird.

Eigens für die Arbeiterflinserl komponierte der bestens bekannte Ausseer Komponist Ludwig Egger den Arbeiterflinserlmarsch.

Im Fasching 2006 zogen 15 Gründungsmitglieder durch den Ort. Aufgrund des großen Zuspruchs freuen sich die Arbeiterflinserl über jährliche Neuaufnahmen - so gab es bis dato 29 Neuzugänge.
Seit Fasching 2007 umrahmen die Ausseer Arbeiterflinserl den Kinderfaschingsumzug.

Um bei den Ausseer Arbeiterflinserl aufgenommen zu werden, gibt es wie in fast allen Ausseer Faschingsbräuchen ein kleines feines Aufnahmezeremoniell.

Es muss wohl an den Genen eines Ausseer´s liegen, dass man sich bereits am Aschermittwoch schon wieder auf den kommenden Fasching freut!

 

Ausseer Arbeiterflinserl am Faschingsamstag (c) Ausseer Arbeiterflinserl | Daniel Simbürger

 

 


Na na, dås tuat da Peta nit,
im kåltn Wasser steht er nit,
im wårmen will er a nit steh´,
jå Peta, dås ist går nit sche!

NUUUUSSSSS......

 

 

Ausseer Arbeiterflinserl am Faschingsamstag (c) Alpenpost | Florian Seiberl
Altausseer Knopferl (c) Hermann Schröttenhammer

Siebenseider und echig
und husig san´d Leit;
jå bleibt´s na schön knopfert
so lång´s es daleit.
 Altausseer Knopferlflinserl (c) Altausseer Knopferlflinserl

ALTAUSSEER KNOPFERLFLINSERL (seit 2000)

Die Geschichte der "Altausseer Knopferlflinserl" - auch "Salzknöpfe" genannt - ist eine typische Salzkammergut-Geschichte, die mit der Wiedergeburt der Heimatbühne im Jahr 1979 begann. Die Heimatbühne war jeden Faschingdienstag als Maschkera unterwegs, doch die Themenwahl war jedes Jahr eine Qual.
Im Winter 1999/2000 dann die Blitzidee: "Ah wås - nah´n ma ins oanfåch Knöpf auf a G´wand!"

Seit dem Jahr 2000 sind die Knopferlflinserl jeden Faschingdienstag in Altaussee unterwegs. Der "Oberknopf" (weiße Halskrause und besonderer Knopf am Hut) wird jährlich neu gewählt und ist für die Knopferlsitzungen im Vorfeld wie auch für die Route am Faschingdienstag verantwortlich. Die Altausseer Knopferln streuen aus ihren Salzputten Nüsse aus und verteilen Bergkern (Altausseer Steinsalz) und Süßigkeiten.

Die Maxime der Altausseer Knopferlflinserl lautet:
Z´åmmkemma - Z´åmmbleib´n - Z´åmmfeiern - Z´åmmtrinka

In Aussee gab es die "Flinserl" in Ebensee die "Fetzenflinserl". Die Entstehung dieser Figuren geht in beiden Fällen auf den Reichtum des Salzkammergutes "das weiße Gold" (nämlich Salz) zurück.
Die Knopferlflinserl sollen ein Verbindungsstück zwischen den Orten Aussee und Ebensee darstellen. Daher sind die Gewänder dem Flinserlgewand nachempfunden, die Holzmaske oder Farbmalerei stammt aus Ebensee. Der Hut (Ausseer Hut mit Goldborte) verbindet die alte Salinenstadt Aussee mit dem ältesten kontinuierlich in Betrieb stehenden Salzberg Österreichs, dem Altausseer Salzbergwerk.

 

 

Der Knopferlmarsch

Musik: Karl Wimmer, Steinegger

1.
Mia sand so knopfert Leut
mia såg´n enk´s wias ins g´freut
Husig toan ma leb´n
Echig toan ma ins geb´n
Dås is a fesche G´schicht
mit da Lerv´n auf´n G´sicht
moant´s da ins wer kennt
Knopferl wer´n ma g´nennt

2.
Wånnt´s moant´s mia gehn nit gern
Nuss´n kriagt´s hiatz zammt´n Kern
Das Symbol für d´Fruchtbarkeit
missåcht ma heit so leicht
mia san do a eigne Pass
gånz oanding aus welcher Klass
niada will sei Putt´n trag´n
neamt tuat sich beklag´n

3.
Es is scho sonderbår
das mia geh´n a jedes Jahr
heit darf ma jå ålles såg´n
koana hat das Recht zan Klågen
all´n wöll´n ma was mitgeb´n
de da steh´n und a daneb´n
weil Faschingdienstag is
s´Knopferparadies

KAINISCHER FLECKERLFLINSERL

Nach der Überlieferung wurde der Brauch der Fleckerlflinserl im Hinterbergtal bereits lange vor 1945 gepflegt. Am damaligen Gewand waren angeblich Stoff-Fleckerl aufgenäht und ein Angreifen derselben sollte Glück und Segen bringen.

Anlässlich des Feuerwehrballes im Jahr 1954 wurde von Engelbert Haim, dem Vater des derzeitigen Oberflinserl Engelbert Haim jun., die Idee geboren, in der Ortschaft Kainisch eine Flinserlgruppe nach neuem Muster zur gründen.
Die Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg waren nicht gerade üpig und so entschlossen sich Engelber Haim sen., Emil Ebner vlg. Iring und Alois Sendlhofer vlg. Damischn, je 200,-- Schilling zu spenden und sie beauftragten Maria Haim um dieses Geld im damaligen Konsum "Stollwerk", Boxherndl, Nüsse etc. einzukaufen.

Emil Ebner war Zieler beim Kapselschützenverein Schild und so wurde einfach sein Zielergewand als Muster für ein neues Fleckerl-Flinserlgewand verwendet. Dieses Kostüm dient noch heute als Vorlage für neue Gewänder.

Seit 1969 hat sich die Tradition etabliert, dass die Fleckerlflinserl die Schulkinder aus Pichl-Kainisch am Faschingdienstag um 10 Uhr von der Volksschule abholen.

Im Gegensatz zu den Ausseer Flinserl werden von den Kainischer und Obersdorfer Figuren hauptsächlich Süßigkeiten aber auch Nüsse und Orangen ausgeworfen. Bei den Kainischer sind seit Beginn an nur Männer unterwegs, wogegen bei den Obersdorfer auch Frauen dabei sind.

Kainischer Fleckerlflinserl (c) Kainischer Fleckerlflinserl
Kainischer Fleckerlflinserl (c) Kainischer Fleckerlflinserl
Kainischer Fleckerlflinserl (c) Kainischer Fleckerlflinserl
Obersdorfer Fleckerl (c) Obersdorfer Fleckerl
Obersdorfer Fleckerl (c) Obersdorfer Fleckerl

OBERSDORFER FLECKERL (seit 1931)

Es war im Jahr 1931, als ein Herr Eder vlg. Schmied, aus Obersdorf, einem Ortsteil von Bad Mitterndorf, bunte Tuchflecken auf ein altes Gewand aufnähte und einige Jahre hindurch im Fasching als "Nussenstreuer" von Kindern begleitet durch das Dorf zog.

In Erinnerung daran, taten sich dort zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einige Männer und Frauen zusammen, um diesem Beispiel folgend als "Obersdorfer Fleckerlfasching" aufzutreten. Dabei trugen sie selbstgefertigte Harlekingewänder.
Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten und die Obersdorfer Fleckerl sind mittlerweile ein fixer Bestandteil des örtlichen Faschingtreibens geworden.

Sie gehen in der Gruppe durch das Dorf und sagen vor jedem Haus einen Reim auf, der einen Schildbürgerstreich aufs Korn nimmt, den sich der Bewohner im abgelaufenen Jahr geleistet hat. Die begleitenden Kinder müssen die Zwei- bzw. Vierzeiler wiederholen. Dafür werden sie mit Nüssen und Süßigkeiten belohnt, welche die Fleckerl mit dem Ruf "Nuuss, Nuuss!" auswerfen.

Im Jahr 2002 fertigten die Obersdorfer Fleckerl neue Gewänder an, wobei ein Foto aus den 1930er Jahren als Vorlage diente. Auf weiße Leinengewänder wurden bunte Tuchfleckerln in Musterform aufgenäht. Die Filzhüte wurden mit einem Fuchsschwanz geschmückt.