Trommelweiber am Faschingdienstag in Bad Aussee (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Siegfried Zink

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MARKTER TROMMELWEIBER (seit 1767)

Die Markter Trommelweiber, die am Faschingmontag mit viel Lärm durch die Stadt ziehen und der Überlieferung nach die bösen Geister der Natur verscheuchen sollen, verdanken ihre Entstehung wahrscheinlich sogenannten Männerbünden, die in früheren Zeiten bei Unfällen und Naturkatastrophen in Aktion traten, aber auch Hauptträger der Volksbräuche waren. Auch heute sind bei ihnen nur Männer zugelassen - und Männer in Frauenkleidung - das verweist schon auf die verkehrte Welt, wie sie während des Faschings schon im Mittelalter zelebriert wurde.

Der einzige urkundliche Beleg ihrer Gründung ist auf der alten Fahne vermerkt. Darauf steht: "100-jähriges Jubiläum 1867 - in der narrischen Zeit san ma narrische Leit". Demzufolge feierten die als "Markter" bezeichneten Trommelweiber - weil sie sich aus den Bürgern des Markt- jetzt Stadtzentrums rekrutieren - im Jahr 2017 ihren 250. Geburtstag. Sie wurden auch zum Vorbild für alle weiteren Trommelweiber-Passen, die im Laufe der Jahre in den umliegenden Ortsteilen und Gemeinden des Ausseerlandes entstanden.

Die Trommelweiber, kostümiert mit weißer Bluse, weißem oder buntem Kittel, weißer Schürze, Kragen und Haube, sowie einer Gesichtsmaske, treffen sich bereits am Morgen im Gasthof Blaue Traube zu ihrem Umzug, der, begleitet von der Trommelweiber-Blechmusik und angeführt vom Obertrommelweib, mit der neuen Fahne durch die Stadt in verschiedenen Gaststätten führt. Da diese aber immer weniger werden, wird auch im PVA-Heim und in den Banken eingekehrt. Während des Marsches wird entweder zum Ausseer Faschingmarsch oder aber ohne Musik im eigenen Rhythmus getrommelt, wobei die "Dudl", ein mit Schirm ausgestattetes, besonders gekleidetes Trommelweib, den Takt vorgibt. Immer wieder macht der Zug Halt, wenn Geschäftsleute entweder Würste oder Beigeln (Fastengebäck) auf der Fahne anbinden. Ein alljährlicher Besuch gilt auch dem Bürgermeister, der vom Balkon des Rathauses spricht und dem Obertrommelweib während eines launigen Zwiegesprächs den großen geschnitzten Gemeindeamtsschlüssel übergibt.

Höhepunkt des Umzuges ist dann die Aufnahme neuer Mitglieder in den erlauchten Kreis der Trommelweiber, wobei nur Männer aus dem Ort, die ein gewisses Alter erreicht haben und die vom "Trommelweiber-Fünferrat" als würdig befunden wurden, dafür in Frage kommen.
Nach einem alkoholisch geprägten Ritual, zu dem die "Novizinnen" niederknien müssen erfolgt der Fahneneid der dem Obertrommelweib nachzusprechen ist. Nach dem Kuss der Fahne und dem Abspielen der Trommelweiberhymne endet das Aufnahmeritual. Ab diesem Zeitpunkt ist man ein Trommelweib auf Lebenszeit. Der Umzug endet dann dort, wo er begonnen hat - in der Blauen Traube. Unter großem Wehklagen der noch verbliebenen Trommelweiber wird dann die Fahne wieder für ein Jahr eingerollt.

Markter Trommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Siegfried Zink
Markter Trommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Siegfried Zink
Markter Trommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Siegfried Zink

Ich gelobe, an den heiligen drei Faschingtagen, alle Kraft dafür einzusetzen, jeden Arbeitseifer schon im Keim zu ersticken.
Meine Ernährung ausschließlich auf geistvoll flüssige Substanzen auszurichten, noch mehr Wirtshäuslichkeit an den Tag zu legen.
Dem Rufe der großen Trommel jederzeit und bedingungslos Folge zu leisten und nur in der Treue zur ruhmreichen Trommelweiberfahne nicht zu schwanken.
Die "Novizinnen" müssen bei der Angelobung zum Trommelweib diesen Fahneneid sprechen

AUSSEER ARBEITERTROMMELWEIBER (seit 1928)

Nachdem zu den seit dem 18. Jahrhundert bestehenden "Markter Trommelweiber" lange Zeit hindurch nur Männer aus dem Bürgertum des Marktes Aussee aufgenommen wurden, schuf sich die hauptsächlich aus Salinenarbeitern und Holzknechten bestehende Arbeiterschaft mit der Gründung der "Ausseer Arbeitertrommelweiber" im Jahre 1928 einen eigenen Zugang zu diesem traditionellen Brauchtum. Dabei lag der geographische Schwerpunkt im Wohnbereich der Salinenarbeiter in Eselsbach und Unterkainisch, die als periphere Ortsteile erst in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Marktgemeinde Bad Aussee kamen.

Die gesellschaftliche und regionale Trennung zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum fand damit auch im Fasching ihren beredten Ausdruck. Als Gründungsväter (besser gesagt Mütter) fungierten Rudolf Grill vlg. Hauser und Johann Vormayer, die beide auch Mitglieder der Ausseer Arbeitermusikkapelle waren, wodurch sich die bis heute bestehende enge Zusammenarbeit am Faschingdienstag ergab.
Die Ausseer Arbeitertrommelweiber sind genauso wie ihre Markter Kollegen nicht als Verein organisiert und ziehen hinter der Fahne mit ähnlichem Trommel-Rhythmus und mit dem gleichen Ausseer Faschingmarsch durch den Ort zu den einzelnen Gasthäusern, zum Rathaus und zu weiteren Stätten wo zu einer vornehmlich flüssigen Stärkung geladen wird. Allerdings erst am Faschingdienstag und mit langem Anmarsch von Unterkainisch aus.

Auch bezüglich der Kostümierung und der Aufnahme neuer Trommelweiber gibt es einige Unterschiede zu den Markter Trommelweibern. Die Arbeitertrommelweiber sind mit gleich gestalteten weißen Gewändern ohne Schürze bekleidet. Zum einen gibt es die Musikanten, eine Abordnung der Ausseer Stadtkapelle. Daneben gibt es die sogenannten "Trommelhunde". Das sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche aber auch erwachsene Männer, die der Gruppe der Arbeitertrommelweiber angehören wollen. Mehrere Jahre wird die Trommel eines Trommelweibes getragen, um dann endlich aufgenommen zu werden. Die Hauptfigur ist das Trommelweib, welches die Trommel oder Tschinellen schlagen darf. Oftmals kommt es vor, dass zwei bis drei Generationen an Trommelweibern von einer Familie Faschingsdienstag gemeinsam unterwegs sind, weil sich die Begeisterung für die Trommelweiber meist vom Vater auf den Sohn überträgt.

Das ziemlich deftige Aufnahmeritual findet unter Aufsicht des Obertrommelweibes und geleitet von einem Zeremonienmeister stets am Kurhausplatz statt.
Als fester Bestandteil der heiligen drei Faschingtage sind die Arbeitertrommelweiber sehr stolz darauf, Kameradschaft, Geselligkeit und Freundschaft in den Vordergrund zu stellen.

Ausseer Arbeitertrommelweiber (c) Martin Huber
Ausseer Arbeitertrommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Siegfried Zink
Fasching im Ausseerland - Salzkammergut "Trommelweiber" (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Eva Griese

GRUNDLSEER TROMMELWEIBER (seit 1948)

In Grundlsee sind die Trommelweiber seit 1948 jeden Faschingmontag unterwegs. Als erstes General-Obertrommelweib wurde Max Köberl sen. bestimmt. Die mit Stolz getragene Fahne zeigt auf der einen Seite Gambrinus, den König der Völler und Schlemmer, und auf der anderen Seite den Affen als Sinnbild für Trunkenheit. Als Bekleidung wurden ausschließlich weiße "Weibernachtpfeithen" und Nachthauben festgelegt.

Unter den wachsamen Augen der späteren Obertrommelweiber Leopold Köberl, Josef Amon und aktuell Rudolf Gasperl sowie den Fähnrichen Max Strimitzer, Fritz Geistberger und aktuell Andreas Syen wird gemeinsam mit den Musikanten der Musikkapelle Grundlsee im Glanggerl-Gang zum Faschingmarsch marschiert.

Ein Grundlseer Trommelweib muss mit den Menschen und dem Orte Grundlsee in fester Verbindung stehen und darf an den heiligen drei Faschingtagen bei Strafe keinerlei Arbeit annehmen und hat alle Gläser und Flaschen auszutrinken, die ihm von den Gastgebern vorgesetzt werden.
Das Aufnahmeritual ist ähnlich deftig wie bei den anderen Gruppierungen und die Novizinnen werden auch hier durch den Fünferrat bestimmt.

Grundlseer Trommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Ralf Tornow
Grundlseer Trommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Ralf Tornow
Grundlseer Trommelweiber (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Ralf Tornow
Altausseer Trommelweiber (c) Martina Gaisberger
Altausseer Trommelweiber am Loser (c) Loser Bergbahnen

ALTAUSSEER TROMMELWEIBER (seit 1954)

In Altaussee führen bei den Trommelweibern wirklich die Frauen das Regiment. 1954 wurden sie deshalb von Frauen gegründet, obgleich als Musikanten seit Anbeginn Männer geduldet waren. Die Gruppe ist bis 1978 am Faschingmontag durch den Ort gezogen, dann wurde eine "Pause" eingelegt. Die schon bestehende Trommelweiberfahne war jedoch in einer Holzhütte gut aufgehoben.

Als im Jahr 1987 Lore König am Faschingmontag ihre Trafik eröffnete, kamen ihre Freundinnen als Trommelweiber verkleidet - samt Fahne - um ihr zu gratulieren. Dies kam bei allen so gut an, dass ab dem darauffolgenden Jahr die Trommelweiber wieder unterwegs waren.

Eva Pilz übernahm das ehrenvolle Amt des Obertrommelweibes, welches sie zwei Jahrzehnte ausübte. Ihr folgte Anita Seebacher, die wiederum für zehn Jahre als oberstes Trommelweib agierte. Jährlich steigerte sich die Zahl der Trommelweiber, die von den Musikanten der Salinenmusikkapelle Altaussee begleitet werden. Mittlerweile sind es rund 50 Trommelweiber und 30 Musikanten, die am Faschingmontag durch den Ort marschieren. Seit Februar 2016 ist Martina Gaisberger als Obertrommelweib tätig.

STRASSNER TROMMELWEIBER (seit 1954)

Es war der Faschingssonntag des Jahres 1948, als das erste Mal das bekannte "Maschkera-Schlittgoasreitn" in Weißenbach unter Beteiligung der Feuerwehrmusikkapelle Strassen, die 1923 gegründet wurde, stattfand. Die Zusammenkunft war beim "Sea" in Weißenbach und der damalige Landwirt Johann Frosch vlg. Sea Håns, verpflichtete die Mitglieder der Musikkapelle, endlich eine Trommelweiberpass zusammenzustellen, ansonsten würden sie nicht mehr bei ihm einkehren dürfen.

So riefen ein paar Musikanten 1954 die Strassner Trommelweiber ins Leben. Schon davor zogen Maschkera, begleitet von Musikanten der Musikkapelle, welche damals in einem Husarengewand unterwegs waren, vom Haus Nummer 1 (Galler in Gschlößl) ausgehend durch die Ortschaft.

Erst nach der Gründung der Trommelweiber kleideten sich die Mitglieder mit einer einfach genähten Haube, einem Oberteil und einem weißen Kittel. Das Obertrommelweib (Stabführer) hatte zur damaligen Zeit nur einen einfachen weißen Stab mit einem Maschkerakopf am oberen Ende. Unter tatkräftiger Unterstützung von Milla Prosch und Franz Köml erhielten die Trommelweiber dann ihre eigene Fahne, die den Stab ersetzte.

Der Abmarsch der Trommelweiber in Strassen erfolgt seit Anbeginn vom Haus Nr. 2 in Gschlößl vlg. Hitter, wo die Trommelweiber mit warmen Most und Schnaps versorgt werden. Das damalige Obertrommelweib, Albert Köberl vlg. Uarz, führte dann auch - nachdem immer mehr Interessenten beitreten wollten - ein strenges Aufnahmeritual ein. Sein Nachfolger war von den 1970er Jahren bis zur Jahrtausendwende Franz Gasperl vlg. Scheibner, danach folgte Hans Stiegerl als Obertrommelweib. Seit geraumer Zeit folgen nun die Strassner Trommelweiber Gerhard Pehringer, der die Fahne weiterhin mit großem Stolz trägt.

Die Strassner Trommelweiber wurden und werden bei den verschiedenen Häusern sehr herzlich und fürsorglich aufgenommen und versorgt und die 37 aktiven Mitglieder freuen sich jedes Jahr aufs Neue, wenn sie sich am Faschingmontag um 12:30 Uhr beim Freismut vlg. Hitter, in Radling treffen um ein weiteres Kapitel ihrer Geschichte zu schreiben.

Strassner Trommelweiber (c) Strassner Trommelweiber
Strassner Trommelweiber (c) Strassner Trommelweiber
Strassner Trommelweiber (c) Strassner Trommelweiber
Tressner Trommelweiber (c) Tressner Trommelweiber
Tressner Trommelweiber (c) Tressner Trommelweiber

TRESSNER TROMMELWEIBER (seit 1956)

Es war der Faschingmontag 1956 als im Gasthaus Loitzl-Waltl in Obertressen die Tressner Trommelweiber bzw. die Maschkera A.G. mit einer Fahnenweihe gegründet wurden. Damit die Weihe ordentlich ausfiel, wurde diese im Beisein der vier Patinnen Gretl Loitzl, Poldi Rastl-Fuchs, Hilda Gasperl und Adelheid Kahls nach ein paar Stunden im Gasthaus Sieger-Binder wiederholt. Nach einem Rundgang durch den Ortsteil, bei dem die Trommelweiber bei gastfreundlichen Häusern mit Alkohol versorgt wurden, fand ein Abschluss im Gasthaus Loitzl-Waltl statt.

Unter den Obertrommelweibern Alois Gasperl bzw. Walter Klawik wurde dann die Tradition weitergepflegt, vom Gasthaus Waltl durch Ober- und Untertressen zum Gasthaus Stieger zu marschieren und bei sämtlichen gastfreundlichen Häusern auf eine Jause und Getränke einzukehren. Anlässlich des Todes des Obertrommelweibes Walter Klawik im Jahre 1986 verzichteten seine Kameraden auf eine Ausrückung.

Da Ende der 1980er Jahre das Gasthaus Waltl geschlossen wurde, beschränkt sich der Zug der Tressner Trommelweiber vom Gasthaus Stieger durch das ganze Dorf, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Seit 2005 ist Reinhart Pehringer als Obertrommelweib tätig, ihm zur Seite steht Stabführer Helmut Gasperl. Anlässlich der 50- und 60jährigen Bestandsjubiläums wurden beim Stieger zwei wunderbare Feiern ausgerichtet.

REITERER TROMMELWEIBER (seit 1984)

Im Herbst 1984 wurden durch Christian Preßl, der dann als Obertrommelweib agieren sollte, die Männer der Ortsteile Reitern und Ischlberg buchstäblich "zusammengetrommelt" um eine eigene Trommelweiberpass zu gründen. Da am Faschingsonntag schon ein Maschkeraskifahren (heute Maschkera-Schlittgoasreitn) am Ischlberg stattfand und dort eine musikalische Belebung fehlte, wurde diese Veranstaltung als Ausgangspunkt der Route der Reiterer Trommelweiber gewählt. Seit damals wird diese Tradition gehegt und gepflegt und so sind somit seit mehr als drei Jahrzehnten auch am Reiterer Plateau eigenständige Trommelweiber unterwegs.

Mit dem Bau verschiedener öffentlicher Institutionen erweiterte sich die Route der Reiterer Trommelweiber zusehens und so werden neben Privathäusern auch das Seniorenzentrum, das Krankenhaus Bad Aussee, das Hotel Wasnerin und das Narzissenbad besucht. Seit einigen Jahren hat Reinhard Preßl das Amt des Obertrommelweibes von seinem Großvater übernommen.
Durch den regen Zulauf von jungen Musikanten und Trommelweibern braucht sich das amtierende Obertrommelweib keine Gedanken über die Fortsetzung dieser Tradition machen.

Reiterer Trommelweiber (c) Reiterer Trommelweiber
Reiterer Trommelweiber (c) Reiterer Trommelweiber
Reiterer Trommelweiber (c) Reiterer Trommelweiber