© Vom Toplitzsee zum Kammersee (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut/Robert Maybach
Vom Toplitzsee zum Kammersee

Sagenplätze

Bad Heilbrunn
Das Heilbad war vermutlich schon lange vor der Römerzeit in Gebrauch. Der Sage nach soll ein verwundetes Reh einem Jäger den Weg zu dem warmen, Leiden lindernden Wasser gewiesen haben. Unter der römischen Herrschaft wurde die Thermalquelle zu einer Art Reha-Zentrum ausgebaut. Um dem heilenden Wasser nahe zu sein, ließ sich um 300 der römische Kaiser Maxentius Severus samt Gefolge in der Gegend nieder. Und er blieb nicht der einzige "hohe Gast".

Grimming
Zwei "Tore" führen in die Sagenwelt des Grimming. das Grimmingtor vom Ennstal und das Eiserne Tor von Bad Mitterndorf her. Die andere Welt im Berg beherbergt Schätze und Zwerge als deren Hüter. Am Berg selbst sollen immer noch zahlreiche Sagenwesen wie etwa das kleine bärtige "Grimming-Männlein" und eine "Weiße Gams" leben. Für Freveltaten gabe es früher oft harte Strafen durch die Geister des Berges, umgekehrt wurde demütiges Verhalten der Natur gegenüber belohnt.

Jungfrauenbründl
An anderen Quellen soll es schon vorgekommen sein, dass Heilwassersüchtige mit Bussen anreisten und das kräftigende Nass in Kanistern fortschleppten. Am Jungfrauenbründl, etwas abseits des Wildensees, werden sich derartige Auswüchse anbetrachts des mühsamen An- und Abmarschweges wohl kaum zutragen. In der Nähe des Sees wurde eine Fibel aus der Bronzezeit gefunden, ein Beleg dafür, dass die Alm bereits seit der Bronzezeit, also seit mehr als drei Jahrtausenden bewirtschaftet wird.

Kammersee und Traun-Ursprung
Der Kammersee liegt hinterm Toplitzsee und ist eingebettet in die Kalksteinberge des Toten Gebirges. Sein Wasserstand variiert je nach Jahreszeit. Die einsame Bank mit Blick auf den See ist "pures Glück" und wer ganz genau schaut, kann am Traun-Ursprung nymphenartige Wildfrauen beim Baden entdecken. Die scheuen Wesen sind weder Sirenen noch Hexen und - bei genügend Phantasie - schön anzusehen.

Kochalmweg mit Reithartl
Wer von Bad Mitterndorf zur Kochalm wandert und am Reithartl vorbeikommt, dem kann schon mal das Totenheer der Wilden Jagd (Jagdgesellschaft übernatürlicher Wesen) oder ein kauziger Waldgeist begegnen - so berichten Sagen.

Lawinenstein
Der Lawinen- oder Lopernstein ist ein balkonartiger Aussichtsberg mit gutem Blick über das Land um Bad Mitterndorf einerseits und das Grundlseegebiet andererseits. Am Berghang befinden sich mehrere Schlünde und ein Wetterloch, das fast senkrecht in die Erde hinabführt. Wirft jeman dort einen Stein hinein, so soll am selben Tag noch ein schweres Gewitter losbrechen - heißt es!

Lieglloch
Wer an einer geeigneten Stelle in der Nähe des Ortes Tauplitz im Tal steht, der kann schon aus der Ferne den Eingang in das Lieglloch bewundern. Wegen der guten Erreichbarkeit und Sichtbarkeit war schon sehr früh der Mensch in der Höhle, womöglich auf der Jagd nach Höhlenbären. Zahlreiche Grabungen seit dem Jahre 1926 haben wertvolles Fundmaterial zu Tage gefördert (zwei Feuerstellen, Steinwerkzeuge, Knochennadel, eine Knochenflöte mit zwei Löchern, mittelalterlicher Doppelkopfanhänger usw.). Anderer Höhleninhalt wurde von den Bauern in der Zwischenkriegszeit als Dünger geholt und verwendet.

Einst lebten im Lieglloch drei Wildfräulein, die sehr gutmütig waren. Vom Lieglbauern holten sie sich stets die Milch, wofür sie diesem für Mensch und Vieh das nötige Wasser aus einer Quelle in ihrer Höhle zurinnen ließen. Darüberhinaus ließen sie auf den Wiesen des Lieglbauern, ebenso auf den Äckern, alles bestens gedeihen, so dass es der Bauer bald zu Reichtum und in Tauplitz zu großem Ansehen brachte. Dies ging über Jahrhunderte gut. Doch nach vielen Generationen wurde plötzlich ein Lieglbauer so überheblich, dass er glaubte, die Wildfräulein nicht mehr zu brauchen.
Als an diesem Abend eines der Wildfräulein Milch holen wollte, verweigerte ihm dies der Bauer. Nachdem ihm das Wildfräulein seinen silbernen Gürtel für Milch anbot, sagte er, dass dieser gerade für ein einziges Mal genügte. Das Wildfräulein wurde darauf sehr zornig. Aber als der Bauer nicht umzustimmen war, versprach es, ihm den Gürtel für dieses eine Mal zu überlassen. Damit die Wildfräulein aber weiterhin Milch holen könnten, bot es ihm die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten an: Wenn er den silbernen Gürtel des Wildfräuleins zurückgäbe, könnte er immerwährende Fruchtbarkeit seiner Wiesen und Felder erhalten, anderenfalls könnte er sich Geld wünschen, wozu er den Gürtel um den vor dem Haus stehenden Baum binden und seinen Wunsch aussprechen müsste.
Der Lieglbauer entschied sich dafür, den Gürtel zu behalten und damit Geld zu machen. Kaum war das Wildfräulein gegangen, eilte er mit dem Gürtel zu dem Baum, band ihn um den Baumstamm und schrie, er wollte eine Tischlade voll Geld in Gold haben. Kaum war dieser Wunsch ausgesprochen, als sich mit mächtigem Donnerknall ein greller Blitz entlud, in den Baum mit dem Gürtel des Wildfräuleins einschlug und diesen völlig zerriss. Dem Bauern geschah nichts, doch erfasste ihn große Angst und er rannte in das Haus, versperrte die Haustür und zitterte wie Espenlaub. Als nach Mitternacht einige Burschen beim Lieglbauern vorbeigingen, sahen sie noch Licht in der Stube, und als einer von ihnen neugierig einen Blick durchs Fenster warf, prallte er entsetzt zurück. Am Tisch saß ein Mann ohne Kopf und zählte eine große Menge Goldstücke.
Die Wildfräulein sind seit jenem Tag verschwunden. Das Lieglloch existiert noch heute. Was aus dem kopflosen Lieglbauern geworden ist, weiß man nicht. Die späteren Lieglbauern hatten allerdings große Schwierigkeiten, sich am Hof zu halten. Die Ernten wurden immer geringer, der Wasserzufluss spärlicher. Seit mehr als hundert Jahren ist das seinerzeitige Liegl-Gut nur mehr ein Lehen (Pfannerlehen).

Redender Stein
Wissenschaftler, die der Namensgeschichte nachgingen, stellten fest, dass der Redende Stein eigentlich Rötender Stein hieße. Wegen des Farbenspiels, das dort im fahlen Sonnenlicht zu beobachten ist. Tatsächlich aber werden die Wanderer, die hier, vom Appelhaus her kommend, für einige Zeit Rast machen, mitunter eigenartige Geräusche wahrnehmen. Der durch den Fels brausende Wind redet tatsächlich.

Ruine Pflindsberg
Pflindsberg ist die Burg des bösen Bischofs Philipp von Sponheim. Im Jahr 1246 ließ er das Ausseer Gebiet mit Waffengewalt besetzen, um die Erträge aus der Saline zu kassieren. Bevor er sich aus der Steiermark wieder zurückziehen musste, gründete er die Burg Pflindsberg, zum Schutz der Salinen am Sandling und des alten Salzweges. 1395 war die Burg Sitz des Pflegeamtes, später Gefängnis für "Malefizpersonen" worunter man z.B. Mörder verstand. Der Sage nach soll die Seele eines unschuldigen Gefangenen, der im Turm gestorben ist, heute noch als schwarzer Reiter über die Schlosswiese geistern.

Sagtümpel
Nordöstlich von Tauplitz befindet sich idyllisch im Wald gelegen der sagenumwobene „Sagtümpel“. Es handelt sich dabei um eine der in Österreich sehr selten anzutreffenden vauclusischen Riesenkarstquellen, was bedeutet, dass das Wasser aus einem tiefen Quellsee von unten emporgedrückt wird.

Vor Hunderten von Jahren lebte im Greith bei Tauplitz ein armes Ehepaar. Der Mann kam eines Tages gerade dazu, als sich einige Tauplitzer Bauern darüber unterhielten, wie tief wohl der „Sagtümpel“ sein möge. Einer der versammelten Bauern sagte, dass er gerne ein großes Goldstück demjenigen geben möchte, der ihm sagen könnte, wie tief dieser Tümpel wirklich sei.
Dieses mitangehörte Gespräch ließ dem armen Mann keine Ruhe mehr, und nachdem er sich mit seiner Frau darüber unterhalten hatte, fertigte er eine riesenlange Stange an, indem er eine größere Anzahl von Stangen zusammenband. Damit begab sich das Ehepaar zum Sagtümpel. Sie stocherten eine Stangenlänge nach der anderen in den tiefen Schlund, bis plötzlich riesige Luftblasen heraufkamen und eine gewaltige Stimme aus der Tiefe erscholl: „Wenn ihr nicht aufhört zu gründen, verschlinge ich euch!“
Die beiden Leute ließen die lange Stange im Sagtümpel erschrocken stecken und sprangen davon, um in Tauplitz von dem Wassermann im Sagtümpel zu erzählen, der es nicht wollte, dass man wisse, wie tief seine Behausung liege.

Tauplitzalm - Tauplitzer Seen
Auf der Tauplitzalm gibt es sechs Seen, darunter auch den Großsee, den Steirersee und den Schwarzensee. Einer Sage nach, ist ein alter Ort aufgrund seiner Sittenlosigkeit komplett in einem der drei Seen versunken.

 

© Salza Stausee - Naturschätze Bad Mitterndorf (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Jaqueline Korber
Salza Stausee - Naturschätze Bad Mitterndorf (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Jaqueline Korber
© Der Grimming (c) Leader TVB Ausseerland - Salzkammergut | Guggenberger
Der Grimming (c) Leader TVB Ausseerland - Salzkammergut | Guggenberger
© Ruhe- und Kraftort Kammersee (c) Schifffahrt Grundlsee | Harald Eisenberger
Ruhe- und Kraftort Kammersee (c) Schifffahrt Grundlsee | Harald Eisenberger
© Redender Stein (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut| Mares Rastl
Redender Stein (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut| Mares Rastl
© Großsee auf der Tauplitzalm am Morgen (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Tom Lamm
Großsee auf der Tauplitzalm am Morgen (c) TVB Ausseerland - Salzkammergut | Tom Lamm